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Fair Trade Producers Society (FPS)
In der Gegend um Bolgatanga, im
Norden Ghanas, hat die Kunst des
Strohflechtens eine lange Tradition.
Seit Jahrhunderten stellt das
Frafra-Volk Behältnisse aus
getrocknetem Savannengras her:
zur Aufbewahrung von Schmuck und
Zeremoniengegenständen, aber auch
für Tabak, Gewürze und
Lebensmittel. Mit der Zeit
entwickelten sich neue Formen,
Größen und Färbetechniken - der
Bolgatangakorb entstand.
Heute gibt es um Bolgatanga etwa 2000 KorbflechterInnen. Doch außer auf den
lokalen Märkten gibt es kaum Absatzmöglichkeiten. So verkaufen sie die Körbe an
Zwischenhändler, die sie ins Nachbarland Burkina Faso schmuggeln, wo sie als
"Burkina-Körbe" verkauft werden.
Um das Schmuggelgeschäft zu unterbinden und
über kontinuierlichen Absatz die Einkommenslage
der Region zu verbessern, gründete Ende der 80er
Jahre ein ghanaisches Ehepaar FPS. 500
KorbflechterInnen, v.a. Frauen, vermarkten heute
ihre Körbe über diese Exporteinrichtung; daneben
werden etwa 20 weitere Workshops unterstützt.
Die Produktpalette umfasst inzwischen auch
Musikinstrumente, Tonwaren, Skulpturen und
andere Schnitzarbeiten, Leder- und Webwaren, Erdnüsse, Zitronengrastee und
Palmwein sowie andere traditionell ghanaische Produkte.
FPS, das seinen Sitz in Accra hat, arbeitet nach dem Prinzip des fairen Handels.
Neben Vorfinanzierung, technischer und organisatorischer Hilfestellung leistet das
Unternehmen Projektarbeit. 3% des Gesamtumsatzes fließen in einen Fonds für
Wiederaufforstung, darüberhinaus steht den Handwerkern ein Kreditfonds zur
Verfügung. Auch werden die ProduzentInnen stets zu stärkerer Beteiligung und zur
Bildung von Kooperativen ermutigt - ein schwieriges Unterfangen, da die meisten
lieber "nach Auftrag" arbeiten und Kooperativen im aufstrebenden Ghana als
überholt und nicht integer gelten.
Der Bolgatanga-Korb
Grundmaterial der Körbe ist ein spezielles
Savannengras. Das Stroh wird zunächst einige
Zeit in Wasser eingeweicht, um die harte Hülle
geschmeidig zu machen. Dann wird es getrocknet
und gegebenenfalls eingefärbt; hierzu werden die
Bündel in einer Farblösung gekocht. Zum Flechten
wird das geteilte Stroh mit Wasser befeuchtet
und auf dem Oberschenkel über ein Stück Gummi
gerollt. Dieser Gummilappen schützt die Haut vor
Aufweichung und Schnitten, die bei dieser
Prozedur sonst üblich sind.
Es gibt zwei Flechtarten, das Einfach- und das
Doppelweben. Beim Doppelweben werden jeweils zwei Halme dünneren Strohs
zusammengenommen; hier ist die Verarbeitung leichter und der Korb am Ende
glatter und in sich elastischer als beim Einfachweben, wo einzelne dickere und
damit auch starrere Halme verwendet werden. Begonnen wird stets mit dem Boden,
dann folgt die Korbwand und schließlich die Endverarbeitung, bei der überstehende
Enden mit einer Rasierklinge sauber abgeschnitten werden. Etwa zwei Tage
benötigt eine Flechterin für einen Korb, wobei die Frauen sich beim Anbringen der
Henkel gegenseitig helfen.
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