|
167 Bauern beliefern die Teefabrik, davon leben etwa
Zweidrittel im eigentlichen zusammenhängenden
Garten, die übrigen in der Umgebung. Nach mehreren
Jahren des Verzichts auf Pestizide werden die
Pflanzungen nun auf biologischen Anbau umgestellt, der
Tee ist extrem rückstandsarm bzw. unbelastet. Neben
dem kultivierten Tee werden auch Kräutertees aus
Wildsammlung vermarktet.
Der Teeanbau dient als
Zubrot zum Anbau von Mais, dem Hauptlebensmittel, und übriger kleiner
Landwirtschaft. Die Frauen arbeiten überwiegend als Pflückerinnen, die Männer in
der Bewirtschaftung und Verarbeitung. Außerhalb der Saison verdingen sie sich
auch als Träger zwischen Indien und Nepal. Teebauern und die Fabrikarbeiter
gehören denselben Familien an und sind in einer gemeinsamen Gewerkschaft
organisiert.
Die Gesamtproduktion der Teefabrik, in der 16 Arbeiter beschäftigt sind, beträgt 25 Tonnen im Jahr. Die Qualität ist dabei wegen der Nähe und Lage durchaus mit
Darjeeling vergleichbar. Nur die Spitzentees wie Timila (TGFOP) und Palpasa
(GFOP), insgesamt etwa vier bis fünf Tonnen, gehen in den Export. Der Rest wird in
Nepal verkauft, was sich gut trifft, denn die Exportqualität trinken die Nepali nicht
gerne und umgekehrt. Der Export selbst läuft über Nepal Natural Tea, ein kleines
Unternehmen, das speziell diesen Kooperativentee vermarktet.
Die allgemeine Arbeitszeit in der Fabrik ist von 10-17 Uhr, Kinder unter 16 Jahren dürfen nicht arbeiten. Die Kooperative stellt den Familien kostenlos eine Wohnung und sorgt für die medizinische Betreuung. Auch die werkseigene Schule ist bis zur achten Klasse frei, der Schulbesuch laut Gewerkschaftsbeschluß bis zum 14. Lebensjahr Pflicht. Urlaub, zwei Kranktage pro Monat, die angespart werden können, Mutterschutz etc. sind weitere gute Rahmenbedingungen. Außerdem erhält jede Arbeiterin und jeder Arbeiter pro Monat 500 g Tee.
Anfangs war die Kooperative noch von Regierungsgeldern abhängig und mußte die Ernte an die Regierung abgeben. Erst ein
Bankkredit verhalf dazu, unabhängig zu werden und
die Verarbeitung und Vermarktung selbst in die Hand
nehmen zu können. Heute betragen die Anteile im
Schnitt 3000 bis 5000 rupies pro Mitglied, der
Höchstanteil beträgt 700.000 rupies, eine Summe,
die letztendlich den Fabrikbau für ermöglichte. Dabei
sind die Beteiligungen offen, sowohl Bauern, als auch
Arbeiter und einheimische Händler können Anteile
zeichnen.
Die Baumwollbeutel entstehen in einem
Ashram in Manohara Village. Er wurde gegründet von Tulshi Mehr, einem Schüler
und Vertrauten Gandhis, um ausgestoßene Frauen und Kinder aufzunehmen und
wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Im Ashram erhalten sie nicht nur
Unterkunft und Essen, sondern haben auch die Möglichkeit, verschiedene
handwerkliche Fertigkeiten zu erlernen. Das Weben, Nähen und Bedrucken der
Beutel gehört zum Handwerkszeug, mit dem sie sich ihren Lebensunterhalt selbst
verdienen können.
|